Domainwahl der Ärzte

Während bei anderen freien Berufen die berufsrechtlichen Fragen bei der Domainwahl weitgehend geklärt sind, herrscht in der Ärzteschaft weiterhin eine relative Ungewissheit in dieser Frage.

Zwar gilt für Ärzte – ebenso wie für andere freie Berufe – hinsichtlich der Werbung das Sachlichkeitsgebot und das Verbot der Irreführung, doch wird deren Ausgestaltung offensichtlich enger gesehen als beispielweise bei Rechtsanwälten und Steuerberatern. So schreibt die Landesärztekammer Brandenburg auf Ihrer Webseite ohne weitere Erläuterung:"Deswegen ist die Wahl von Namenszusätzen wie radiologiehamburg.de oder gynäkologie-dortmund.de, die eine regionale Alleinstellungsangabe beinhalten, unzulässig."

Hier stellt sich die Frage, ob sich die Ärztekammer noch immer an dem "Tauchschule-Dortmund"-Urteil des OLG Hamm aus dem Jahre 2003 orientiert, da die geänderte Rechtsprechung des selben Gerichts aus dem Jahre 2008 noch nicht soweit vorgedrungen ist, oder ob die Ärzteschaft weiterhin mit Hinweis auf das Standesrecht gegängelt werden soll.

Bei der Abstimmung in der Praxis hat es indes einen eindeutigen Sieger in diesem Duell gegeben: Fast alle Domainnamen aus "Berufsbezeichnung + Ort" sind in deutschen Großstädten belegt und werden von Ärzten für ihr Praxis-Homepage genutzt. De-facto kann auch die Ärztekammmer die Zeit nicht mehr zurückdrehen, denn dann müsste sie mit Hunderten von standesrechtlichen Maßnahmen gegen die eigenen Mitglieder vorgehen. Unter dem Gleichheitsaspekt sollte eine liberalere Handhabung inzwischen in allen deutschen Bundesländern eher wahrscheinlich sein.

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