Archiv für Reinhold Kuffer

Domainwahl für Nischenseiten

Lehrreiche Beispiele aus der Praxis für eine – mehr der weniger – gelungene Domainwahl liefert der derzeitige Wettbewerb "Nischenseiten Challenge" zwischen Peer Wandinger und Sebastian Czypionka.

Im Nischenseiten Challenge Hauptquartier kann man zusammengefasst die Fortschritte im Wettbewerb um die beste Nischenseite verfolgen. Dabei haben die meisten Teilnehmer auch ihre Wahl der passenden Domain begründet und erläutert. Da es bei betreffenden Nischenseiten um die optimale Monetarisierung geht, ist nicht in allen Punkten ein Vergleich mit der Domainwahl der freien Berufe möglich. Die Grundprinzipien der Domainwahl sind aber identisch, so dass die Überlegungen der Teilnehmer durchaus auch allgemein interessant sind.

Auf jeden Fall lässt sich jetzt schon sagen, dass Keyword-Domains nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.

Domainwahl der Übersetzer und Dolmetscher

Die Frage nach der Auswahl des passenden Domainnamens stellt sich insbesondere bei Existenzgründern unter den Übersetzern und Dolmetschern, da heutzutage die meisten selbständigen Sprachmittler bereits über einen Internetauftritt verfügen.

Da es sich nicht um verkammerte Berufe handelt, deren Berufsrecht der Überwachung durch die jewelige Kammer und Berufsgerichtsbarkeit unterliegt, ist die Domainwahl naturgemäß weniger reguliert und unterliegt vor allem dem allgemenen Namens-, Marken- und Wettbewerbsrecht. Auch freiwillige Mitgliedschaften – wie z.B. beim BDÜ – ändern daran wenig. So gibt es in der Berufs- und Ehrenordnung des BDÜ keinerlei Regelung, die sich konkret auf die Domainwahl bezieht.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Online-Marketing für Übersetzer und Dolmetscher ist heutzutage nicht hoch genug einzuschätzen, da es sich um eine webaffine Tätigkeit handelt, deren Anbieter insbesondere im Internet gesucht werden. Der Begriff "Übersetzer" (exakt) wird laut Google-Keyword-Tool immerhin 2.240.000 Mal im Monat gesucht. Für den "Dolmetscher" gibt es immerhin noch monatlich 12.100 (global) bzw. 9.900 (lokal) Suchanfragen (bei exakter Einstellung in Google Deutschland).

Insbesondere die lokalen Suchanfragen gewinnen über Google Places immer mehr an Bedeutung, seit die Suchergebnisse aus Google Places vor kurzem in die organischen Ergebnisse integriert wurden. Da die Google-Places-Registrierung und -Nutzung kostenfrei ist, ist es ohne großen Aufwand möglich, insbesondere in kleineren Städten auf der ersten Seite der Google-Ergebnisse (SERPS) zu ranken und sich damit viel anderweitige Marketingmaßnahmen zu ersparen.

Naturgemäß bieten sich insbesondere für einzelne freiberufliche Übersetzer gerade die lokal gefärbten Domains wie "Übersetzer-München" oder "Übersetzer-Berlin" – in allen möglichen Schreibvarianten und gängigen Domainendungen – an, da sie zumindest in Großstädten noch ein werbewirksames Suchvolmen aufweisen.

Doch verzeichnen laut Google-Keyword-Tool  Domainnamen aus Keyword-Kombinationen, welche die Sprache einschließen wie z.B. "Übersetzungen spanisch" weitaus mehr Suchanfragen als die Kombination mit der Ortsbezeichnung. Während es "Übersetzer München" gerade einmal auf 1.000 Suchanfragen pro Monat bringt, glänzt "Übersetzer spanisch" immerhin mit 3.600 monatlichen Suchanfragen.

Generell sind generische Domains aus Berufsbezeichnung und/oder Ort bzw. Sprache Domainnamen aus Fantasiebezeichnungen vorzuziehen, da sie sich mit weniger Aufwand für die Suchmaschinen optimieren lassen und außerdem weniger Abmahngefahr beinhalten, da generische Begriffe in der Regel nicht als Marke registrierbar sind. Insbesondere Fantasiebezeichnungen, die Bestandteile wie "lingua", "translations" etc. enthalten, sind eher abmahngefährdet, da dazu international viele Marken und Bildmarken registriert sind.

 

BGH bestätigt: Domainname aus “steuerberater+region” berufsrechtlich zulässig

Der Senat für Steuerberater- und Steuerbevollmächtigtensachen beim Bundesgerichtshof hat mit dem Urteil vom 1. September 2010 entschieden, dass der Domainname steuerberater-suedniedersachsen.de berufsrechtlich nicht zu beanstanden ist.

Der Entscheidung vorausgegangen war die berufsrechtliche Maßnahme eines Verweisen durch die Steuerberaterkammer Niedersachsen gegen den Steuerberater, der diese Domain für seinen Webauftritt nutzte. Die Steuerberaterkammer war der Meinung, dass die eine berufsrechtlich unerlaubte Werbung darstelle.

So unerfreulich die ganze Angelegenheit für den betroffenen Steuerberater war, so begrüßenswert ist doch die Entscheidung von höchster Stelle für die (Fort-) Entwicklung des Domainrechts der freien Berufe. Das Urteil dürfte sich auch bei anderen verkammerten Berufen herumsprechen und ewiggestrige Kammerbedienstete in Zukunft davon abhalten, die Mitgliedbeiträge von Freiberuflern für höchst zweifelhafte Zwecke zu vergeuden.

 

 

Domainwahl der steuerberatenden Berufe (4)

Sonderfragen bei der Domain-Wahl
 
Domain-Endung
Bei der Auswahl des Domainnamens ist nicht nur über das Schlüsselwort, sondern auch über die Domain-Endung zu entscheiden. Für Domains von WP/StB in Deutschland und in deutscher Sprache besteht in Fachkreisen weitgehend Übereinstimmung darin, dass die Länderkennung „.de“ bevorzugt werden sollte, da sie bei der Suchmaschinenplatzierung in Deutschland einen gewissen Bonus erhält und zudem bei Zufallseingaben durch Type-Ins am häufigsten verwendet wird. (Für Österreich gilt natürlich entsprechendes für die Länderkennung „.at“).
Die weltweit mit Abstand am häufigsten anzutreffende TLD-Endung „.com“ ist insbesondere dann zu präferieren, wenn ein internationaler Interessentenkreis mit einem englischsprachigen „Keyword“ angesprochen werden soll.  
Wenn dies beiden Domain-Endungen mit dem gewünschten Schlüsselwort bereits verwendet werden, stehen für Interessenten aus Deutschland noch mehrere andere Endungen wie z.B. .eu, .net, .info, .org oder .biz zur Auswahl, über deren Bevorzugung durch Suchmaschinen unterschiedliche Auffassungen bestehen. Oft ist die Entscheidung auch eine Geschmacksfrage.
 
Umlaut-Domains
Seit der Einführung von Umlaut-Domains (IDN-Domains) im Jahre 2004 können auch Schlüsselwörter mit Umlauten (nicht aber „ß“) in Zusammenhang mit einer „.de-Endung“ verwendet werden. Die meisten anderen Domain-Endungen haben inzwischen nachgezogen. Dadurch stellt sich die Frage, ob z.B. die Schreibweise „Wirtschaftsprüfer“ oder „Wirtschaftspruefer“ vorteilhafter im Domainnamen ist.

Naturgemäß ist die Schreibweise mit Umlaut (noch) weniger verbreitet, da sie erst kürzere Zeit zulässig ist. Sie kommt aber dem Sprachempfinden deutschsprachiger Nutzen eher entgegen, so dass bei einem auf den deutschsprachigen Raum beschränkten Interessentenkreis nichts gegen die Registrierung einer Umlaut-Domain spricht. Wendet sich die Webseite bzw. Domain auch an das nicht deutschsprachige Ausland, so ist zu bedenken, dass dort in den meisten Fällen dem Nutzer keine Tastatur mit Umlauten zur Verfügung steht und die Domain nur erschwert aufgerufen werden kann. Auch ist bei einer Umlaut-Domain nicht die gleichzeitige Nutzung als E-Mail-Adresse möglich, da es bisher keine „Umlaut-E-Mails“ gibt.

Große Suchmaschinen wie Google machen keinen Unterschied mehr wegen der Schreibweise, sondern berücksichtigen in den Suchergebnissen automatisch beide Varianten, sofern nicht eine der beiden Schreibweisen ausdrücklich vom Suchenden ausgeschlossen wird.
 
Weiterleitungen
Hat ein Berufsangehöriger eine passende generische Domain gefunden, stellt sich die Frage, was mit der bisherigen Domain bzw. der gesamten Webseite geschehen soll.
Grundsätzlich spricht nichts gegen die Nutzung zweier oder mehrere Domains gleichzeitig. Ganz im Gegenteil kann dadurch der Werbeeffekt sogar erhöht werden. Weitere Webseiten unter anderen Domains zu erstellen (und zu verlinken) stellen allerdings auch einen zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Kosten dar.
Eine Lösung bieten sog. Weiterleitungen von Domains. Diese können offen oder versteckt geschehen. Werden aber mehrere Domains auf eine einzige Webseite gelenkt, besteht die Gefahr, dass von der Suchmaschine ein sog. „duplicate content“ (doppelter Inhalt) festgestellt wird und zumindest eine Domain keine Berücksichtigung findet. Früher vermutete Bestrafungen durch die Suchmaschine sind allerdings unwahrscheinlich. Nachteile können auf jeden Fall durch eine sog. „301-Umleitung“ vermieden werden.
 
Bindestrich-Domains
Oft stellt sich auch die Frage, ob es besser ist die gleiche Domain mit oder ohne Bindestrich zu registrieren bzw. erwerben. Vom Sprachgefühl her dürfte der deutschsprachige Leser eher die Bindestrich-Domain, der angloamerikanische Leser aber die zusammen geschriebene Variante bevorzugen. Nicht selten beantwortet sich die Frage von selbst, da nur eine der Varianten greifbar ist.
Suchmaschinentechnisch dürfte die Bindestrich-Variante leichte Vorteile haben[1], da z.B. die mit Abstand verbreitetste Suchmaschine die Bindestrich-Domains als Kombination von zwei Schlüsselwörtern behandelt und deshalb mehr Suchergebnisse ausweist als die zusammen geschriebene Variante. Mittlerweise erkennen aber viele Suchmaschinen auch die einzelnen Wortbestandteile und behandeln sie, als ob sie getrennt geschrieben werden.
Die oft schlechtere Lesbarkeit ohne Bindestrich versucht man im Angloamerikanischen meist durch Großbuchstaben in der Druckversion zu kompensieren[2]. Suchmaschinen unterscheiden aber nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung in Domains.
 


[1] http://www.domainsmalltalk.com/2007/12/05/bindestrich-domain-als-seo-faktor/
[2] z.B. www.TaxConsultant.com anstelle von www.tax-consultant.com

Domainwahl der rechtsberatenden Berufe (2)

Rechtliche Beschränkungen der Domainwahl

Grundsätzlich gilt bei der Domainauswahl das Prioritätsprinzip (first come, first served).  Dabei sind aber auch die Besonderheiten des Namens-, Marken-, Wettbewerbs- und Berufsrechts zu beachten. Namens- und Markenrecht spielen für die Domainwahl der Rechtsanwälte in der Praxis aber kaum eine Rolle und sollen deswegen hier beiseite gelassen werden.

Was sich in der anwaltlichen Praxis aus werbetechnischen Überlegungen längst durchgesetzt hatte[1], nämlich das Hinzufügen des Ortnamens zur Berufsbezeichnung, wurde schließlich auch durch die Rechtsprechung im letzten Jahr abgesegnet.. Das OLG Hamm revidierte eine frühere Entscheidung und billigte einen in der Praxis längst etablierten Trend mit dem Urteil vom 19.06.2008[2], in dem es die Domainbezeichnung anwaltskanzlei-ort.de als durchaus zulässig und nicht unlauter i.S. des § 3 UWG befand. Auch eine wettbewerbswidrige Spitzenstellungswerbung an dem betreffenden Ort sei darin nicht zu erkennen.

Wie sehr sich die Rechtsprechung in den letzten Jahren geändert hat zeigt auch der Fall der Domainbezeichnung rechtsanwaelte-dachau.de. Das OLG München[3] befand diese Bezeichnung noch in der Entscheidung vom 18. April 2002 “wegen eines Verstoßes gegen §§ 1, 3 UWG als unzulässig, da der Eindruck erweckt werde,  einen Zugang zu allen oder den meisten Rechtsanwälten in Dachau zu ermöglichen”. Dabei hatte der gleiche Senat des OLG München am Urteil vom 10.5.2001[4] im Falle einer Partnerschaft von Rechtsanwälten in Kempten entschieden, dass die Domainbezeichnung “rechtsanwalt-kempten.de” zulässig sei (nachdem das LG Kempten sowohl die Bezeichnungen “rechtsanwalt-kempten.de” als auch “rechtsanwaelte-kempten.de” als unzulässig befunden hatte.  Warum der Singular für eine Mehrzahl von Rechtsanwälten zulässig sein sollte, der Plural dagegen nicht, wird das OLG München wohl nicht mehr erklären müssen, denn die Rechtsanwälte haben in der Zwischenzeit ganz einfach Fakten geschaffen: Die Mehrheit der Domainnamen “rechtsanwaelte-stadt.de” sind für fast alle größeren Städte Deutschland inzwischen in Händen von lokalen Anwaltskanzleien, so z.B. auch die Domainbezeichnung “rechtsanwaelte-muenchen.de”. Und der Domainname “rechtsanwaelte-kempten.de” wird inzwischen auf die Domain “rechtsanwalt-kempten.de” umgeleitet und gehört – m.E. zurecht – derselben Partnerschaft von Rechtsanwälten, die 2001 noch mit der Singular-Version “rechtsanwalt-kempten.de” vorlieb nehmen musste.  
Im Nachhinein kann man dem Kollegen RA Daniel Dingeldey mit seinem Kommentar vom 13.8.2002[5] nur Beifall und Bewunderung zollen, wie weitsichtig und antizipierend er damals die Lage bereits eingeschätzt hat. Und dabei hat er sich lediglich auf die bahnbrechende Entscheidung des BGH vom 17.05.2001[6] zu generischen Domains (Gattungsbegriffen) berufen, als dieser die generische Domain “mitwohnzentrale.de” für nicht wettbewerbswidrig hielt und dabei Gattungsbegriffe im Allgemeinen für zulässig erklärte. Damit holte der BHG nur nach, was im dem weiter entwickelten Domainwesen im angloamerikanischen Rechtsbereich längst gängige Praxis war.
 
Das Standesrecht der Rechtsanwälte (Berufsordnung) enthält keine speziellen Anforderungen zur Domainwahl. In § 6 BORA zur Werbung wird lediglich festgestellt, dass der Rechtsanwalt über seine Dienstleistung und Person nur sachlich und berufsbezigen informieren darf und er nicht daran mitwirken darf, dass Dritte für ihn Werbung betreiben, die ihm selbst verboten ist.
 
Fazit

Generische Domains sind auch für Rechtsanwälte in der Zwischenzeit das Maß aller Dinge bei der Domainwahl geworden. Niemand sucht per Suchmaschine einen “Rechtsanwalt Meier”, wenn er ihn nicht bereits kennt. Dagegen werden häufig generische Begriffe, wie z.B. Rechtsanwalt, Anwalt, Anwaltskanzlei kombiniert mit einem bestimmten Ort gesucht. Auch andere Gattungsbegriffe, wie Rechtsberatung, Bankrecht, Markenrecht u.a. sowie offizielle und umgangsprachliche Fachbezeichnungen, wie Fachanwalt für Erbrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht, E-Anwalt oder Strafverteidiger führen immer öfter zu Webauftritten von Anwaltskanzleien und können von potenziellen Mandanten leicht gefunden werden. Das Internet ist für die Mandantenakquisition nicht mehr wegzudenken



[1]Alle Domain-Kombinationen aus Berufbezeichnung und Ort waren für alle größere Städte seit Jahren längst vergeben und teilweise auch schon für den Webauftritt von Anwälten genutzt
[2] http://www.aufrecht.de/index.php?id=5826
[3] OLG München, Urteil vom 18.4.2002 Az.: 29 U 1573/02
[4] OLG München, Urteil vom 10.5.2001 Az.: 29 U 1594/01
 

Domainwahl der steuerberatenden Berufe (3)

Praktische Konsequenzen

Wie so oft ist die Praxis auch im Falle der Domainwahl den Vorgaben durch die Rechtsprechung weit vorausgeeilt. Noch bevor der Bundesgerichtshof in seiner Grundsatzentscheidung die Zulässigkeit von Gattungsbegriffen als Domainnamen feststellte und sich in der Rechtsprechung die Zulässigkeit kombinierter Domains aus Berufsbezeichnung und Ort durchsetzte, waren bereits generische Begriffe als Schlüsselwörter in Domainnamen begehrt und schon häufig durch Berufsangehörige besetzt.

Unter den Gattungsbegriffen steuerrecht.de, internationales-steuerrecht.de, vorsteuerverguetung.com, bilanzerstellung.de, steuergestaltung.com, wegzugsbesteuerung.com, steuerberatung.atwirtschaftspruefung.net, wirtschaftsprüfungsgesellschaft.de u.v.m. findet man heutzutage im Internet Berufsangehörige und ihre Gesellschaften.

Ebenso steigender Beliebtheit erfreuen sich – auch vor dem einschlägigen Urteil des OLG Hamm – mit Ortszusätzen kombinierte Berufsbezeichnungen wie
steuerberater-hamburg.de, steuerberater-bremen.com, steuerberater-ingolstadt.desteuerberatung-muenchen.de, steuerberatung-regensburg.de u.v.m..

Es stellt sich die Frage, wieso gerade generische Domains einen solchen Aufschwung erleben, während das Interesse an den Standard-Domains wie steuerberater-maier.de oder  wirtschaftspruefer-mueller.de abflaut?
Es ist unmittelbar einsichtig, dass jemand, der über eine Suchmaschine (oder gar als Type-In) „steuerberater + maier“ sucht, den Gesuchten bereits kennt oder zumindest von ihm gehört hat. Neue Mandanten lassen sich mit einem solchen Domainnamen daher i.d.R. kaum akquirieren. Selbst wenn die Webseite in Design und Usability nicht zu überbieten ist, eine Werbeeffekt im Sinne von Mandantenakquisition ist damit kaum zu erzielen.

Hat der potentielle Mandant dagegen ein Problem, das durch einen generischen Begriff beschrieben werden kann, z.B.  mit der Vorsteuervergütung im Ausland und gibt diesen Gattungsbegriff in eine Suchmaschine ein – im günstigsten Falle sogar als Type-In in den Browser -, so sind die Chancen groß, auf einen spezialisierten Berater zu stoßen, der dieses Schlüsselwort als Domain verwendet .
Sicherlich ist der Domainname nur ein Faktor, der in die Platzierung bei den Suchmaschinen einfließt, aber dafür ein sehr wichtiger. Beherzigt der Wirtschaftsprüfer/Steuerberater die üblichen Ratschläge der Suchmaschinen-Optimierung  (SEO= Search Engine Optimization) bei der Erstellung seiner Webseite, so dürfte ein vorderer Rang in der Ergebnisliste so gut wie sicher sein.
Wie wichtig eine vordere Platzierung in den Suchmaschinen ist, zeigt die sog. Eyetracking-Studie zur Aufmerksamkeitsverteilung auf Google-Suchergebnisseiten , die vom „Bundesverband der digitalen Wirtschaft“ erst kürzlich vorgestellt wurde . Danach nimmt die Aufmerksamkeit des Suchers schon auf der ersten Ergebnisseite von oben nach unten ab. Eine Platzierung von 1 bis 3 in der Ergebnisliste sollte durch entsprechende SEO-Maßnahmen unbedingt angestrebt werden, um einen optimalen Marketingeffekt zu erzielen.

Darüber hinaus minimieren generische Begriffe – etwa im Vergleich zu Fantasiebezeichnungen – mögliche rechtliche Konflikte durch das Namens- und Markenrecht sowie in eingeschränktem Umfang auch durch das Wettbewerbsrecht.

Domainwahl der steuerberatenden Berufe (2)

Rechtliche Beschränkungen der freien Domainwahl

 

Für WP/StB spielt das Namensrecht in der Praxis keine große Rolle, obwohl noch immer die meisten Berufsangehörigen die wenig werbewirksame Kombination aus Berufsbezeichnung und Nachnamen als Domain für ihre Webseiten verwenden. Ein solcher Domainname dient allenfalls als Platzhalter im Internet und ist für die Akquisition von neuen Mandanten kaum geeignet. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass z.B. eine Domain wie steuerberater-müller.de gemäß § 12 BGB nur von einem Berufsangehörigen mit dem entsprechenden Nachnamen genutzt werden kann. Aber wer käme schon auf die Idee, einen fremden Nachnamen für die eigene Kanzlei zu verwenden, wo doch schon der Nachname als Domain an sich wenig werbewirksam ist und nichts über die berufliche Tätigkeit aussagt? Bei gleichem Nachnamen gilt wiederum das Prioritätsprinzip, d.h. wer den Domainnamen zuerst registriert, kann die gleichnamigen Mitbewerber von dessen Nutzung ausschließen. Bei Firmenbezeichnungen (etwa für StB- bzw. WP-Gesellschaften) ergibt sich schon handelsrechtlicheine Beschränkung durch die Praxis der Handelsregister, so dass auch hier Überschneidungen sehr selten sein dürften.

Für Teile einer Firmenbezeichnung kann auch ein markenrechtlicher Schutz als Unternehmenskennzeichen bestehen (§ 5 Abs. 2 Markengesetz). Dies dürfte vor allem für die Buchstabenkombinationen der “Big-Four”-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gelten.

Markenrechtliche Aspekte spielen für die steuerberatenden Berufe eher eine untergeordnete Rolle, da eingetragene Marken bei den Steuerberatern naturgemäß selten sind. Immerhin hat eine der Big-Four-Gesellschaften erfolgreich ein Übertragungsverfahren bei der WIPO für die Domainnamen pwcespana.com und pwcglobal.net angestrengt, um Trittbrettfahrer von der unerlaubten Nutzung Ihres (Marken-) Namens abzuhalten.

Derzeit nicht empfehlenswert wäre die z.B. auch die Nutzung einer Domain, wie z.B. SteuerberaterVZ (StB-VZ o.ä.), da die Inhaber der Domain “StudiVZ” gegen jegliche Nutzung des Zusatzes “VZ” -bisher erfolgreich – vorgehenDem Verfasser entzieht sich allerdings die Logik, mit welcher eine Gesellschaft einen derart allgemeinen Begriff aus zwei Buchstaben markenrechtlich für sich beanspruchen kann. Doch ist das letzte Wort in dieser rechtlichen Auseinandersetzung noch nicht gesprochen.

Wesentlich häufiger wurde von den freien Berufen das Wettbewerbsrecht bemüht, um gegen unliebsame Konkurrenz vorzugehen. Insbesondere die Rechtsanwälte – man könnte meinen von Berufs wegen – haben sich Jahre lang heftige Auseinandersetzungen um Domainnamen geliefert, die angeblich oder tatsächlich zu Wettbewerbsbeschränkungen führten. Da die rechtliche Lage in diesen Fällen weitgehend mit derjemigen der WP/StB vergleichbar ist, soll an dieser Stelle näher darauf eingegangen werden: Während das OLG Celle 2001 die Domain anwalt-hannover.de und das OLG München 2002 die Domain rechtsanwaelte-dachau.de noch für wettbewerbswidrig gemäß § 5 UWG hielten, bahnte sich mit dem Grundsatzurteil des BGH aus dem Jahre 2001 zu der Domain mitwohnzentrale.de , in welchem dieser keine wettbewerbswidrige Nutzung dieser Domain feststellte, eine Wende bei der Nutzung generischer Domains (Gattungsbegriffe) an. Das OLG Hamm selbst, das 2003 noch die Wettbewerbswidrigkeit der Domain tauchschule-dortmund.de festgestellt hatte, machte mit dem Urteil vom 19.06.2008 eine Kehrtwende, in dem es die Domain anwaltskanzei-ort.de als durchaus zulässig und nicht unlauter i.S. des § 3 UWG befand. Eine wettbewerbswidrige Spitzenstellungwerbung an dem betreffenden Ort sei darin nicht zu erkennen.

Im Standesrecht der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer könnten sich aus dem § 8 des Steuerberatungsgesetzes i.V. mit den Bestimmungen der Berufsordnung der Bundes-Steuerberaterkammer bzw. des § 52 der Wirtschaftsprüferordnung, welche zur sachlichen Werbung verpflichten, evtl. weitere Beschränkungen bei der Domainwahl ergeben. Unlauter wäre die Werbung mit einer Domain, die auf eine Alleinstellung des Berufsangehörigen hinweist, z.B. top-steuerberater.de oder bester-steuerberater.de. Spezielle Aussagen zur Domainwahl macht das Berufsrecht aber nicht.

Der Versuch der Rechtsanwaltskammer, Berufsangehörigen die Verwendung der Domain rechtsanwaelte-notar.de wegen angeblichen Verstoßes gegen das Berufsrechts zu versagen,scheiterte vor dem BGH (BGH-Urteil vom 25. November 2002).

Domainwahl der rechtsberatenden Berufe (1)

Die rechtsberatenden Berufe - insbesondere die Rechtsanwälte – haben maßgeblich dazu beigetragen, das Berufsrecht der (verkammerten) freien Berufe hinsichtlich der Domainwahl weiter zu entwickeln. Zum einen Teil wurden vor allem wettbewerbsrechtliche Auseinandersetzungen unter den Berufsangehörigen selbst, zum anderen Teil auch mit der Berufsaufsicht (Kammern) geführt.

Schließlich haben die Berufsangehörigen durch die Praxis der Domainwahl, die oft berufsrechtliche und wettbewerbsrechtliche Bedenken bewusst hinter Marketing-Überlegungen stellte, oft auch Standards gesetzt, die faktisch Recht nach dem Gleichheitsprinzip geschaffen haben.

 Domainwahl und Suchmaschien-Optimierung

 Es besteht in Kreisen von Domainern und  – mit Einschränkungen – auch von Suchmaschinenoptimierer (SEO-Experten) weitgehend Konsens,dass die Wahl des Domainnamens ein wichtiges Element bei der SUMA-Optimierung einer Webseite darstellt. Ist im Domainnamen bereits das Schlüsselwort (Keyword) enthalten, unter welchem die Webseite in den Suchmaschinen gefunden werden soll, so stellt dies einen (von mehrerennotwendigen) Pluspunkten auf dem Weg zu einem guten SUMA-Ranking dar. Natürlich lassen sich auch Domainnamen, die ein solches Keyword nicht enthalten, dahingehend optimieren, doch ist der Weg dorthin einfach beschwerlicher. Insoweit ist die Domainwahl als erster Schritt für die weitere SUMA-Optimierung wegweisend.

Wie wichtig die eigene Position im SUMA-Ranking für Rechtsanwälte ist, sei anhand der Suchanfragen allein bei der wichtigsten Suchmaschine (GOOGLE) veranschaulicht:

GOOGLE-Treffer (D):

Rechtsanwalt    5.140.000

Rechtsanwälte  4.230.000

Monatliche Suchanfragen nach
Google-Keyword-Tool (D):  

Rechtsanwalt                        1.830.000 [74.000]

Rechtsanwälte                         550.000 [22.200]

Rechtsanwalt Berlin                  60.500 [5.400]

Die erste Zahl gibt die Anzahl der monatlichen Suchanfragen bei weitgehender Einstellung, die Zahl in eckiger Klammer die exakten Suchanfragen an.

An diesen Zahlen lässt sich erkennen, welches Mandantenpotential darin steckt, das nur durch eine vordere SUMA-Platzierung ausgeschöpft werden kann. Gerade neuere Untersuchungen zeigen, dass eigentlich nur das Ranking auf der ersten Ergebnisseite einer Suchmaschine zur Ausschöpfung des Mandantenpotential geeignet ist und selbst dort ist eine Platzierung auf den Rängen 1 bis 3 unbedingt empfehlenswert. Selbst durch die direkte Eingabe des Suchbegriffs in die URL (sog. Type-Ins) ist bei obigem Suchvolumen noch mit einer gewissen Nachfrage zu rechnen.


Domainwahl der steuerberatenden Berufe (1)

Einführung

 Nachdem die langjährige Ungewissheit über die Zulässigkeit von Werbung der steuer- und wirtschaftsberatenden Berufe im Internet weitgehend beseitigt ist, gilt es mit offenen Augen und aus praktischer Sicht, die Möglichkeiten des Internets auch für diese Berufsgruppe ins Auge zu fassen.

Ein wichtiges Marketinginstrument stellt dabei die Wahl des Domainnamens (auch als Internet-Adresse bezeichnet) dar. Während bei den Rechtsanwälten bis in die jüngste Vergangenheit heftige gerichtliche Auseinandersetzungen um Domainnamen geführt wurden, blieb es bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern weitgehend ruhig.

Die Wahl des Domainnamens wird deshalb immer wichtiger für die steuerberatenden Berufe, da inzwischen täglich Tausende von Anfragen dazu über die Suchmaschinen im Internet gestellt bzw. durch Type-Ins (Direkteingabe des Domainnamens in den Browser) getätigt werden. Allein die Anfragen über die Suchmaschine „Google” (Deutschland) betragen für das Schlüsselwort (Key) „Steuerberater“ bei weitgehender Einstellung monatlich durchschnittlich 1.000.000. Nach „Steuerberatung“ wird noch 135.000 Mal monatlich gesucht. Auch die Key-Kombinationen „Steuerberater + Ort“ weisen mit monatlichen Suchanfragen von 18.100 für „Steuerberater + Hamburg“ bzw.  22.200 für „Steuerberater + Berlin“ und „Steuerberater + München“ 14.800 noch einen Umfang auf, der ein Massengeschäft erahnen lässt.

Bei der noch aussagekräftigeren “exakten”  Einstellung ergeben sich für [Steuerberater] 110.000, für [Steuerberatung] immerhin noch 9.900 Suchanfragen. Bei gleicher Einstellung weist das Google-Keyword-Tool für das Kombinations-Keyword [Steuerberater + Berlin] 5.400, für [Steuerberater + Hamburg] und [Steuerberater + München] monatlich jeweils 3.600 Suchanfragen auf.  

Durch die übrigen Suchmaschinen und zusätzliche „Type-Ins“ erhöht sich das Nachfragepotential noch einmal nicht unwesentlich. Angesichts dieser Zahlen ist es einleuchtend, dass die Auswahl des Domainnamens stark an Bedeutung gewonnen hat. Die früher im Berufsstand übliche „Mund-zu-Mund-Werbung“ gerät immer mehr ins Hintertreffen.

Obwohl bei der Domain-Wahl im Allgemeinen das Prioritätsprinzip (first come, first served) gilt, sind dabei die rechtlichen Beschränkungen durch das Namens-, Marken- und Wettbewerbsrecht , die für alle Wirtschaftssubjekte gleichermaßen gelten, sowie die spezifischen standesrechtlichen Regelungen für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater unbedingt zu beachten, wenn man von unliebsamen Überraschungen verschont bleiben will.

Auffallend bei den rechtlichen Rahmenbedingungen ist dabei ein sehr restriktive Tendenz der Rechtsprechung von den Anfängen des Internets Ende der Neunziger Jahre bis zu den Anfangsjahren dieses Jahrtausends, obwohl sich die Gesetzeslage kaum verändert hat.

Insbesondere in Deutschland wurde der Schutzgedanke für erworbene Rechtspositionen, sei es durch Namen, Marken oder Wettbewerbspositionen stark betont. Die oft ausufernde Abmahnpraxis und die regional recht unterschiedliche Rechtsprechung taten ein Übriges, um im Domainrecht eine störende Unsicherheit zu schaffen. Zum einen wurde diese Unsicherheit in den letzten Jahren durch die Rechtsprechung abgebaut, zum anderen wurden durch die praktische Bedürfnisse bei der Domainwahl von den Berufsangehörigen einfach tausendfach Fakten geschaffen, die mehr oder weniger unumstößlich geworden sind.

Willkommen auf unserer Webseite zur Domainwahl

 Als Fachverlag für das Domainbusiness mit einem Tätigkeitsschwerpunkt Domainberatung und Domainvermittlung – insbesondere für die freien Berufe – versuchen wir an dieser Stelle Überlegungen anzustellen, wie die freien Berufe moderne Marketinginstrumente – wie die Domainwahl – für sich nutzen können.

Geplant ist eine Artikelserie durch erfahrene Angehörige der jeweiligen freien Berufe, in denen neben dem theoretischen Hintergrund die praktischen Erfahrungen nicht zu kurz kommen. Schließlich geht es um typische Praktikerfragen, um welche die Berufangehörigen oft einen großen Bogen machen, da ihnen dazu das Hintergrundwissen fehlt. Gerade dieses Hintergrundwissen soll auf unseren Seiten vermittelt werden.

Bei bestehendem Interesse sind wir auch gerne bereit, dieses Wissen in Form von Seminaren und Schulungen weiterzugeben. Ihr Interesse teilen Sie uns ganz einfach per E-Mail interdoc (at) web.de mit.

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