Domainwahl der Übersetzer und Dolmetscher

Die Frage nach der Auswahl des passenden Domainnamens stellt sich insbesondere bei Existenzgründern unter den Übersetzern und Dolmetschern, da heutzutage die meisten selbständigen Sprachmittler bereits über einen Internetauftritt verfügen.

Da es sich nicht um verkammerte Berufe handelt, deren Berufsrecht der Überwachung durch die jewelige Kammer und Berufsgerichtsbarkeit unterliegt, ist die Domainwahl naturgemäß weniger reguliert und unterliegt vor allem dem allgemenen Namens-, Marken- und Wettbewerbsrecht. Auch freiwillige Mitgliedschaften – wie z.B. beim BDÜ – ändern daran wenig. So gibt es in der Berufs- und Ehrenordnung des BDÜ keinerlei Regelung, die sich konkret auf die Domainwahl bezieht.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Online-Marketing für Übersetzer und Dolmetscher ist heutzutage nicht hoch genug einzuschätzen, da es sich um eine webaffine Tätigkeit handelt, deren Anbieter insbesondere im Internet gesucht werden. Der Begriff "Übersetzer" (exakt) wird laut Google-Keyword-Tool immerhin 2.240.000 Mal im Monat gesucht. Für den "Dolmetscher" gibt es immerhin noch monatlich 12.100 (global) bzw. 9.900 (lokal) Suchanfragen (bei exakter Einstellung in Google Deutschland).

Insbesondere die lokalen Suchanfragen gewinnen über Google Places immer mehr an Bedeutung, seit die Suchergebnisse aus Google Places vor kurzem in die organischen Ergebnisse integriert wurden. Da die Google-Places-Registrierung und -Nutzung kostenfrei ist, ist es ohne großen Aufwand möglich, insbesondere in kleineren Städten auf der ersten Seite der Google-Ergebnisse (SERPS) zu ranken und sich damit viel anderweitige Marketingmaßnahmen zu ersparen.

Naturgemäß bieten sich insbesondere für einzelne freiberufliche Übersetzer gerade die lokal gefärbten Domains wie "Übersetzer-München" oder "Übersetzer-Berlin" – in allen möglichen Schreibvarianten und gängigen Domainendungen – an, da sie zumindest in Großstädten noch ein werbewirksames Suchvolmen aufweisen.

Doch verzeichnen laut Google-Keyword-Tool  Domainnamen aus Keyword-Kombinationen, welche die Sprache einschließen wie z.B. "Übersetzungen spanisch" weitaus mehr Suchanfragen als die Kombination mit der Ortsbezeichnung. Während es "Übersetzer München" gerade einmal auf 1.000 Suchanfragen pro Monat bringt, glänzt "Übersetzer spanisch" immerhin mit 3.600 monatlichen Suchanfragen.

Generell sind generische Domains aus Berufsbezeichnung und/oder Ort bzw. Sprache Domainnamen aus Fantasiebezeichnungen vorzuziehen, da sie sich mit weniger Aufwand für die Suchmaschinen optimieren lassen und außerdem weniger Abmahngefahr beinhalten, da generische Begriffe in der Regel nicht als Marke registrierbar sind. Insbesondere Fantasiebezeichnungen, die Bestandteile wie "lingua", "translations" etc. enthalten, sind eher abmahngefährdet, da dazu international viele Marken und Bildmarken registriert sind.

 

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