Tag Archiv für Bindestrich-Domain

Domainwahl der steuerberatenden Berufe (4)

Sonderfragen bei der Domain-Wahl
 
Domain-Endung
Bei der Auswahl des Domainnamens ist nicht nur über das Schlüsselwort, sondern auch über die Domain-Endung zu entscheiden. Für Domains von WP/StB in Deutschland und in deutscher Sprache besteht in Fachkreisen weitgehend Übereinstimmung darin, dass die Länderkennung „.de“ bevorzugt werden sollte, da sie bei der Suchmaschinenplatzierung in Deutschland einen gewissen Bonus erhält und zudem bei Zufallseingaben durch Type-Ins am häufigsten verwendet wird. (Für Österreich gilt natürlich entsprechendes für die Länderkennung „.at“).
Die weltweit mit Abstand am häufigsten anzutreffende TLD-Endung „.com“ ist insbesondere dann zu präferieren, wenn ein internationaler Interessentenkreis mit einem englischsprachigen „Keyword“ angesprochen werden soll.  
Wenn dies beiden Domain-Endungen mit dem gewünschten Schlüsselwort bereits verwendet werden, stehen für Interessenten aus Deutschland noch mehrere andere Endungen wie z.B. .eu, .net, .info, .org oder .biz zur Auswahl, über deren Bevorzugung durch Suchmaschinen unterschiedliche Auffassungen bestehen. Oft ist die Entscheidung auch eine Geschmacksfrage.
 
Umlaut-Domains
Seit der Einführung von Umlaut-Domains (IDN-Domains) im Jahre 2004 können auch Schlüsselwörter mit Umlauten (nicht aber „ß“) in Zusammenhang mit einer „.de-Endung“ verwendet werden. Die meisten anderen Domain-Endungen haben inzwischen nachgezogen. Dadurch stellt sich die Frage, ob z.B. die Schreibweise „Wirtschaftsprüfer“ oder „Wirtschaftspruefer“ vorteilhafter im Domainnamen ist.

Naturgemäß ist die Schreibweise mit Umlaut (noch) weniger verbreitet, da sie erst kürzere Zeit zulässig ist. Sie kommt aber dem Sprachempfinden deutschsprachiger Nutzen eher entgegen, so dass bei einem auf den deutschsprachigen Raum beschränkten Interessentenkreis nichts gegen die Registrierung einer Umlaut-Domain spricht. Wendet sich die Webseite bzw. Domain auch an das nicht deutschsprachige Ausland, so ist zu bedenken, dass dort in den meisten Fällen dem Nutzer keine Tastatur mit Umlauten zur Verfügung steht und die Domain nur erschwert aufgerufen werden kann. Auch ist bei einer Umlaut-Domain nicht die gleichzeitige Nutzung als E-Mail-Adresse möglich, da es bisher keine „Umlaut-E-Mails“ gibt.

Große Suchmaschinen wie Google machen keinen Unterschied mehr wegen der Schreibweise, sondern berücksichtigen in den Suchergebnissen automatisch beide Varianten, sofern nicht eine der beiden Schreibweisen ausdrücklich vom Suchenden ausgeschlossen wird.
 
Weiterleitungen
Hat ein Berufsangehöriger eine passende generische Domain gefunden, stellt sich die Frage, was mit der bisherigen Domain bzw. der gesamten Webseite geschehen soll.
Grundsätzlich spricht nichts gegen die Nutzung zweier oder mehrere Domains gleichzeitig. Ganz im Gegenteil kann dadurch der Werbeeffekt sogar erhöht werden. Weitere Webseiten unter anderen Domains zu erstellen (und zu verlinken) stellen allerdings auch einen zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Kosten dar.
Eine Lösung bieten sog. Weiterleitungen von Domains. Diese können offen oder versteckt geschehen. Werden aber mehrere Domains auf eine einzige Webseite gelenkt, besteht die Gefahr, dass von der Suchmaschine ein sog. „duplicate content“ (doppelter Inhalt) festgestellt wird und zumindest eine Domain keine Berücksichtigung findet. Früher vermutete Bestrafungen durch die Suchmaschine sind allerdings unwahrscheinlich. Nachteile können auf jeden Fall durch eine sog. „301-Umleitung“ vermieden werden.
 
Bindestrich-Domains
Oft stellt sich auch die Frage, ob es besser ist die gleiche Domain mit oder ohne Bindestrich zu registrieren bzw. erwerben. Vom Sprachgefühl her dürfte der deutschsprachige Leser eher die Bindestrich-Domain, der angloamerikanische Leser aber die zusammen geschriebene Variante bevorzugen. Nicht selten beantwortet sich die Frage von selbst, da nur eine der Varianten greifbar ist.
Suchmaschinentechnisch dürfte die Bindestrich-Variante leichte Vorteile haben[1], da z.B. die mit Abstand verbreitetste Suchmaschine die Bindestrich-Domains als Kombination von zwei Schlüsselwörtern behandelt und deshalb mehr Suchergebnisse ausweist als die zusammen geschriebene Variante. Mittlerweise erkennen aber viele Suchmaschinen auch die einzelnen Wortbestandteile und behandeln sie, als ob sie getrennt geschrieben werden.
Die oft schlechtere Lesbarkeit ohne Bindestrich versucht man im Angloamerikanischen meist durch Großbuchstaben in der Druckversion zu kompensieren[2]. Suchmaschinen unterscheiden aber nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung in Domains.
 


[1] http://www.domainsmalltalk.com/2007/12/05/bindestrich-domain-als-seo-faktor/
[2] z.B. www.TaxConsultant.com anstelle von www.tax-consultant.com